Three Times A Lady
Melodie, Rhythmus & Poesie
Zeitgeist
Das neue Programm von Three times a Lady zeigt sich elegant-entspannt, nicht alt, aber weise, melancholisch, doch nie sentimental. Die von Wilma Heuken vertonte Lyrik der deutsch-jüdischen Dichterin Mascha Kaléko zieht sich wie ein roter Faden durch die Aufführung. Alltagspoetin, charmant und humorvoll, das schreibende Fräuleinwunder der dreißiger Jahre, deren nie als Lieder konzipierten Gedichte sich in zeitlose musikalische Gesamtkunstwerke verwandeln. Wer Ohren hat zu hören, wird feststellen, dass Three times a Lady die Fähigkeit hat, Walzer- Swing– Tango- und Klezmer-Elemente zu einer homogenen Einheit zu verschmelzen. Eine seltene Kunst. Fast so selten wie ein Rabbi in Mekka...
"Three Times A Lady": Kein Fräuleinwunder, aber wunderbare Frauen.
Wilma Heuken: Akkordeon & Gesang
Iris Hübner: Kontrabass
Heike Rügert: Klarinette & Saxophon
Presse: Kornwestheimer Zeitung 13.01.07
Von Sabine Baumert
Mit einem literarisch-musikalischen Programm aus Chanson, Jiddisch-Polka und Swing, vielen Gedichten und jeder Menge Frauenpower hat die Band Three times a Lady die Zuhörer im voll besetzten Theaterstüble am Donnerstagabend in ihren Bann gezogen.
Drei Damen, die immer zusammen auf der Bühne stehen und zusammen Programme erarbeiten – ob das wohl funktionieren kann?, fragt Frontfrau Wilma Heuken in die Runde. Das Publikum nickt zustimmend. Ja, man hat wirklich den Eindruck, dass sich diese drei weiblichen Wesen nicht nur sehr gut ergänzen, sondern auch miteinander harmonieren.
Es war der dritte Auftritt der Formation in Kornwestheim, seit Anfang 2005 sind die drei in der jetzigen Besetzung zusammen: Wilma Heuken hat die Band 1995 mitbegründet, damals allerdings noch in anderer Besetzung. Die studierte Soziologin und Pädagogin ist zuständig für die Arrangements, die Kompositionen sowie den Gesang und das Akkordeonspiel. Ihr zur Seite stehen mit Iris Hübner am Kontrabass und Heike Rügert an Klarinette und Saxofon zwei musikalische Vollprofis, die nach dem Musikstudium unter anderem bei zahlreichen Musicalproduktionen mitgewirkt haben. Iris Hübner sorgt mit gezupften oder gestrichenen Basslinien für das harmonische und rhythmische Fundament und bringt ihr so schwerfällig aussehendes Instrument dabei richtig zum Tanzen. Heike Rügert erweist sich ebenso wie Wilma Heuken als musikalisches Multitalent und wechselt blitzschnell zwischen Saxofon und Klarinette. Sie ist zuständig für die musikalischen Kommentare, wenn sie ihr Instrument traurig weinen, schmerzlich aufjaulen oder freudig jauchzen lässt.
Die drei fühlen sich in den unterschiedlichsten Musikstilen zu Hause: beim französischen Chanson und Musettewalzer genauso wie bei Klezmer mit der Klarinette oder swingenden Titeln. Bei alldem haben es besonders die Texte der Dichterin Mascha Kaléko, die Wilma Heuken vertont hat, in sich. Die Autorin beleuchtet stets sprachlich geschliffen, teilweise auch ganz schön bissig allerlei Facetten des Alltagslebens. Nach einem monotonen, anstrengenden Arbeitsleben gelte für Ältere die Devise „wer ergraut, wird abgebaut“. Vom Blick der „alternden Hyäne“ auf eine jugendliche Schöne, der nicht Bände, sondern Bibliotheken spricht, handelt ein Lied und davon, dass von allen zu guter Letzt nur ein kleines Döschen Staub bleibt. Aber auch ein sehr emotionales Liebeslied darf im Programm nicht fehlen, in dem alle Dinge in der Wohnung der Protagonistin nur von dem Geliebten erzählen, der nicht da ist.